Schaf als Teil des künstlerischen Projekts "Kein Anšluss unter dieser Nummer! / 12031938" des slowenischen Kulturverein Rož, 2018
TitelSchaf als Teil des künstlerischen Projekts "Kein Anšluss unter dieser Nummer! / 12031938" des slowenischen Kulturverein Rož, 2018
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Objekt-InformationenUmriss eines weißen Schafes aus Metall mit zwei vertikalen Stehern, die zum Einstecken in weichem Untergrund verwendet wurden. In der Mitte des Körpers ist ein schwarzes Minus mit der slowenischen Aufschrift "meritev" (Deutsch: Messung) angebracht. Das Schaf war Teil einer künstlerischen Installation des slowenischen Kulturvereines Rož zum 80. Jahrestag des "Anschlusses" Österreichs an NS-Deutschland. Sie bestand aus vielen weißen und 3 schwarzen Schafen, die vor dem Pfarramt in St. Jakob im Rosental/Šentjakob v Rož aufgestellt wurden. Die Aktion war von einer Soundinstallation aus Geblöke, Marschmusik und Jubelrufen begleitet. Die Plus- und Minus-Zeichen auf den Schafen wurden später hinzugefügt.
Die Arbeit setzt sich mit zwei miteinander verknüpften Bedeutungsebenen auseinander: Zum einen mit dem Ergebnis der Volksabstimmung zur nachträglichen Legitimierung des „Anschlusses“ in St. Jakob/Šentjakob v Rož, bei der im Ort drei „Nein“-Stimmen abgegeben wurden (drei "schwarzen Schafe"). Zum anderen thematisiert sie die scheinwissenschaftlichen, rassistisch motivierten Untersuchungen, die wenige Monate nach dem „Anschluss“ in St. Jakob im Rosental durchgeführt wurden. Etwa 3.200 Bewohner*innen (80 Prozent) des Kärntner Dorfes wurden durch den Anthropologen Karl Tuppa und seine Mitarbeiter vermessen und fotografiert. Auf den Messbögen wurde ein Großteil der Bevölkerung der gemischtsprachigen Kärntner Gemeinde dem "slawischen Stamm" zugeteilt. Dies wurde mit einem roten Minus vermerkt, die "deutschen" Bewohner*innen waren durch ein rotes Plus gekennzeichnet. Die Vermessungsbögen und Akten, die sich am Anthropologischen Institut in Wien befanden, wurden 2014 öffentlich bekannt. Die Installation nimmt in der Bezeichnung der Schafe die Bewertungen der Akten („+“ für „arisch“, „-“ für „slawisch“) auf.
Zwei weiße Schafe, ein schwarzes Schaf und eine Tafel mit der Aufschrift "Kein Anšluss unter dieser Nummer / 12031938" waren bis 2023 in der Hauptausstellung des Hauses der Geschichte Österreich zu sehen und sind zusammen mit der Soundinstallation seit 2019 Teil der Sammlung des Museums.
Die Arbeit setzt sich mit zwei miteinander verknüpften Bedeutungsebenen auseinander: Zum einen mit dem Ergebnis der Volksabstimmung zur nachträglichen Legitimierung des „Anschlusses“ in St. Jakob/Šentjakob v Rož, bei der im Ort drei „Nein“-Stimmen abgegeben wurden (drei "schwarzen Schafe"). Zum anderen thematisiert sie die scheinwissenschaftlichen, rassistisch motivierten Untersuchungen, die wenige Monate nach dem „Anschluss“ in St. Jakob im Rosental durchgeführt wurden. Etwa 3.200 Bewohner*innen (80 Prozent) des Kärntner Dorfes wurden durch den Anthropologen Karl Tuppa und seine Mitarbeiter vermessen und fotografiert. Auf den Messbögen wurde ein Großteil der Bevölkerung der gemischtsprachigen Kärntner Gemeinde dem "slawischen Stamm" zugeteilt. Dies wurde mit einem roten Minus vermerkt, die "deutschen" Bewohner*innen waren durch ein rotes Plus gekennzeichnet. Die Vermessungsbögen und Akten, die sich am Anthropologischen Institut in Wien befanden, wurden 2014 öffentlich bekannt. Die Installation nimmt in der Bezeichnung der Schafe die Bewertungen der Akten („+“ für „arisch“, „-“ für „slawisch“) auf.
Zwei weiße Schafe, ein schwarzes Schaf und eine Tafel mit der Aufschrift "Kein Anšluss unter dieser Nummer / 12031938" waren bis 2023 in der Hauptausstellung des Hauses der Geschichte Österreich zu sehen und sind zusammen mit der Soundinstallation seit 2019 Teil der Sammlung des Museums.
Aktualisiert am2026-07-17
Inventarnummerhdgö-001.456/a
ObjektartInstallation
ZeitabschnitteNS-Herrschaft, Zweite Republik bis 1994
Eigentümer*inHaus der Geschichte Österreich
LizenzCC BY-NC 4.0
Credit lineFoto: Haus der Geschichte Österreich
KonvolutnummerZG-2025.075
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